Genau vor zwei Jahren, am 15. Mai 2019, wurde die erste Sitzung des Koordinierungsausschusses des österreichisch-russischen zivilgesellschaftlichen Forums „Sotschi-Dialog“ vom Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin und dem Bundespräsidenten der Republik Österreich Dr. Alexander Van der Bellen gehalten. Damit wurde die Arbeit der neuen bilateralen Dialog-Plattform in Angriff genommen.
In den zwei Jahren seines Bestehens hat sich das Forum als eine einzigartige Plattform für den zivilgesellschaftlichen Austausch zwischen Österreich und Russland etabliert, die den Anforderungen und Trends der Gegenwart entspricht.
Seit einem Jahr steht die Welt vor einer globalen und tragischen Herausforderung: der Covid-19-Pandemie. In diesem Zusammenhang hat der Sotschi-Dialog den Schwerpunkt aufs Online-Format gelegt. Die große Anzahl der erfolgreichen Veranstaltungen, die der Sotschi-Dialog im virtuellen Modus im Laufe des letzten Jahres durchgeführt hat, zeigt, dass das Forum das Potential der neuen Technologien im vollen Maß ausschöpfen konnte und sich an die Kommunikation in der virtuellen Umgebung angepasst hat. Das Forum hat das erfolgreiche Funktionieren seiner Tätigkeit gewährleistet und das österreichisch-russische Zusammenarbeit auf hohem Niveau gehalten.
Das vergangene Jahr war für den Sotschi-Dialog wirklich bedeutend. Im virtuellen Modus veranstaltete das Forum einen Vorlesungskurs zur Kultur Österreichs, eine Reihe von Online-Webinaren mit Vertretern der österreichischen Geschäfts- und Gesellschaftskreise, sowie einen Weiterbildungskurs zum Thema Geschichte Österreichs auf Coursera. Ein Beispiel erfolgreicher Heranziehung von Jugendlichen aus verschiedenen Regionen Russlands und Österreichs und ihrer engen Zusammenarbeit war die eSport-Veranstaltung des Sotschi-Dialogs in der Disziplin FIFA20 #dialogecup2020. Die zentrale Veranstaltung des Forums in der Richtung „Wissenschaft und Bildung“ im Jahr 2020 war die Eröffnung des Bachelor-Studienprogramms „Russland-Österreich: Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur“ auf der Grundlage der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität in Moskau (RGGU). In Fortsetzung der Reihe von Buchveröffentlichungen veröffentlichte der Sotschi-Dialog die russische Ausgabe des Buches «Sowjetische Kriegsgefangene im System der Konzentrationslager» von Reinhard Otto und Rolf Keller. Der runde Tisch zum Thema „Schutz von Kulturgütern: österreichisch-russischer Kooperationsraum“ gab den Sotschi-Dialog eine neue Richtung – Rechtswissenschaften, in deren Rahmen weitere bilaterale Tagungen und Veranstaltungen stattfinden werden.
Im Rückblick auf das vergangene Jahr betonte der Botschafter der Russischen Föderation in Österreich Dmitrij Ljubinski die positive Arbeit des Forums: „Es ist erfreulich, dass das zivilgesellschaftliche Forum unter den Bedingungen der Pandemie einen stabilen Arbeitsrhythmus bewahrt und dass sich der Dialog in neuen Bereichen entwickelt.“
Der Sotschi-Dialog hat eine wichtige Mission: den Meinungs- und Ideenaustausch zwischen Bürgern und prominenten Persönlichkeiten aus den Bereichen Kultur, Bildung, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und vielen anderen zu fördern, sowie aktuelle Projekte zu unterstützen, die eine Lösung für die bewegenden Probleme der Gesellschaft anbieten könnten. Während seiner Funktionszeit hat das Forum sein Engagement für diese Mission unter Beweis gestellt. Dieser Erfolg gibt uns Anregung für die Suche nach neuen Entwicklungswegen, für den weiteren fruchtbaren bilateralen Dialog und internationale Zusammenarbeit, sowohl im Online-Modus als auch in Form persönlicher Kommunikation, zu der wir gerne Schritt für Schritt zurückkehren!