Login

Passwort vergessen? Anmeldung
Aktuelle Nachrichten
Frieden. Freundschaft. Bildung – Studierende aus Russland und Österreich bauen Brücken des Verständnisses

Frieden. Freundschaft. Bildung – Studierende aus Russland und Österreich bauen Brücken des Verständnisses

Österreichische Studierende, die sich mit der russischen Sprache und Kultur beschäftigen, besuchten die Russische Staatliche Geisteswissenschaftliche Universität (RGGU) und diskutierten mit den RGGU-Studierenden über die Besonderheiten der Bildungssysteme in Russland und Österreich. Sie teilten ihre Erfahrungen über die Herausforderungen und Vorteile des Sprachenlernens sowie persönliche Geschichten, die sie von der Notwendigkeit überzeugten, den bilateralen Dialog durch Studierendenaustausch und gegenseitiges Erlernen der Sprachen und Kulturen Russlands und Österreichs zu stärken.

Die Diskussion, die vollständig auf Russisch ohne Übersetzung ins Deutsche stattfand, war Teil des Runden Tisches mit dem Titel „Russland-Österreich aus der Sicht einer jungen Generation. Brücken des gegenseitigen Verständnisses und neue Perspektiven“. Die österreichische Seite wurde durch Teilnehmende des Österreichischen Ferienprogramms vertreten, auf russischer Seite nahmen Studierende und Absolventen des wissenschaftlich-bildungsorientierten Programms „Russland–Österreich: Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur“ der RGGU teil.

Grußworte an die Teilnehmer richtete Olga Pawlenko, Prorektorin für Wissenschaft und Projektarbeit der RGGU:

„Wir freuen uns sehr, liebe österreichische Gäste, dass Sie Russisch und russische Literatur lernen, und ebenso, dass unsere RGGU-Studierenden sich mit der Geschichte Österreichs und Deutschlands beschäftigen. Die russische Sprache ist eine ganze Welt. Die Dichterin Marina Zwetajewa sagte: "So viele Fremdsprachen ein Mensch spricht, so viele Seelen hat er." Durch die russische Sprache kann man Russland verstehen, die russische Literatur begreifen und erkennen, was das russische Volk bewegt und welche geistig-moralischen Werte unser Land – das größte der Welt mit einer sehr komplexen und oft tragischen Geschichte – vertritt.“

Olga Pawlenko wies außerdem darauf hin, dass die RGGU ausländischen Studierenden viele interessante Programme zum Erlernen der russischen Sprache und Kultur anbietet – sowohl online als auch in Präsenz.

Die Veranstaltung wurde vom österreichisch-russischen zivilgesellschaftlichen Forum „Sotschi-Dialog“ organisiert. Die Direktorin des Forums und Beraterin des Rektors der RGGU, Maria Matwejewa, berichtete über die Entstehung dieser Plattform und ihre Hauptaktivitäten:

„Der Sotschi-Dialog ist der jüngste unter den bilateralen zivilgesellschaftlichen Dialogen. Solche Dialoge bestehen auch mit Frankreich und Deutschland, sind jedoch derzeit eingefroren. Im Rahmen des russisch-österreichischen Dialogs laden wir nicht nur Teilnehmende aus Österreich, sondern auch aus anderen europäischen Ländern ein und organisieren wissenschaftlich-bildungsbezogene Programme. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Popularisierung der russischen Sprache und Kultur.“

Maria Matwejewa hob besonders das Programm der E-Sport-Turniere hervor, das bereits seit sechs Jahren erfolgreich läuft und 73 Teilnehmende aus Österreich umfasst.

Walentina Trufanowa, Direktorin des Internationalen Bildungs- und Wissenschaftszentrums für russische Sprache der RGGU, sprach ausführlich über die vielfältige Herkunft der Studierenden, die heute an die Universität kommen, sowie über den interkulturellen Dialog im Kontext fremdsprachlicher Bildung. Sie bedankte sich zudem bei den österreichischen Studierenden, die in dieser schwierigen Zeit weiterhin Russisch und russische Kultur studieren.

Die Dozentin des Instituts für internationale Beziehungen und Politikwissenschaften, Jelena Gurjanowa, ging in ihrem Vortrag über die Möglichkeiten für ausländische Studierende in Russland besonders auf deren kulturelle und sprachliche Anpassung sowie auf die Unterstützung ein, die die RGGU dabei leistet.

Natalia Pachomowa, stellvertretende Direktorin der Abteilung für internationale Zusammenarbeit der RGGU, berichtete über die Aktivitäten der Vereinigung ausländischer Studierender an der Universität, über das Mentorenprogramm sowie das aktive studentische Leben an der RGGU.

Auch die österreichischen Teilnehmenden hielten Vorträge. Sie erzählten von österreichischen Studierendenvereinigungen und dem Russischunterricht – unter anderem anhand der Werke von Fjodor Dostojewski.

Die Studentin Julia Gruber erzählte eine berührende Geschichte, wie sie ein russisches Mädchen kennengelernt hatte – eine Begegnung, die überraschenderweise zur engen Freundschaft ihrer Großmütter führte, die in der Vergangenheit auf gegenüberliegenden Seiten des Krieges schwere Zeiten und Verluste erlebt hatten. Diese Freundschaft überwand die bestehenden negativen Vorstellungen und Stereotype über Russen und Österreicher und führte trotz der Sprachbarriere zu einer wirklich ehrlichen und warmen Beziehung.

Am Ende der Veranstaltung kamen die Teilnehmenden zu dem Schluss, dass ein russisch-österreichischer Jugendclub auf der Basis des „Sotschi-Dialogs“ gegründet werden sollte. Dieser Club soll insbesondere auf den Ausbau des gegenseitigen Verständnisses und der bilateralen Kontakte im studentischen und jugendlichen Umfeld ausgerichtet sein.

Der Besuch der österreichischen Studierenden an der RGGU war Teil einer Reihe russisch-österreichischer Begegnungen an der Universität. So fand am 15. April ein bilateraler Runder Tisch statt, der dem 70. Jahrestag der Unterzeichnung des Moskauer Memorandums gewidmet war – einem historischen Ereignis, das den Weg zur Unabhängigkeit Österreichs eröffnete.