Am 10. Juli 2021 fand der letzte Tag der internationalen dreitägigen Konferenz des österreichisch-russischen zivilgesellschaftlichen Forums „Sotschi Dialog“ „Dialoge über Genomik: Best Practices der Laboratorien der Russischen Föderation und Europas“ statt. In der Fortsetzung des Formats der Vorträge des zweiten Tages beleuchteten die prominenten Vertreter der wissenschaftlichen Gemeinschaft Russlands und der Länder Europas ihre Entstehungsgeschichten als WissenschaftlerInnen, einschließlich der Auswahl des Forschungsbereichs, der Organisation der Laborarbeit, der Entwicklungsstrategie, sowie der Empfehlungen aufgrund der eigenen Erfahrung für die jungen Kolleginnen und Kollegen.
In den Wänden der Halle „Coworking“ des Parks der Wissenschaft und der Kunst „Sirius“ hielten folgende Wissenschaftler den Vortrag zum Thema „Geheimnisse des Genoms des Störs“: Wladimir Trifonow, Leiter des Labors für vergleichende Genomik des Instituts für Molekular-und Zellbiologie der Russischen Akademie der Wissenschaften, Doktor der biologischen Wissenschaften; und Manfred Schartl, Doktor honoris causa, Professor für Biologie an der Texas A&M Universität (College Station, USA), Professor für Entwicklungsbiochemie im Biozentrum der Universität Würzburg (Deutschland), Mitglied der Nationalen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Deutschland), Doktor der Naturwissenschaften.
Im Jahr 2017 wurde unter der Leitung von Wladimir Trifonow und Manfred Schartl das Projekt „Polyploide Organisation von Genomen und Entwicklung von Stör (Acipenseridae)“ zu den Gewinnern des gemeinsamen Wettbewerbs der Russischen Forschungsstiftung (RNF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen. Das internationale wissenschaftliche Team wurde von der Expertengemeinschaft aus beiden Ländern unterstützt und für 3 Jahre finanziert. Im Rahmen ihrer Reden auf der Konferenz des Sotschi-Dialogs teilten die Wissenschaftler ihre Erfahrungen mit gemeinsamen Publikationen und der Arbeit in dem internationalen wissenschaftlichen Team und beleuchteten die wichtigsten Ergebnisse ihrer Forschung. Professor Schartl nahm an der Konferenz auf Einladung des zivilgesellschaftlichen Forums Russlands und Deutschlands «Petersburger Dialog» teil.
Daria Bedulina, führende wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Biologie der staatlichen Universität Irkutsk, Kandidatin der biologischen Wissenschaften, sprach auch über die wissenschaftliche Arbeit im bilateralen Team im Rahmen ihres Berichts „Entdeckung von molekularen Mechanismen der Anpassung der Baikal-Endemiten mit Hilfe von Omix-Technologien“.
Igor Dolmatow, Professor der Abteilung für Zellbiologie und Genetik der Schule für Naturwissenschaften der Fernöstlichen föderalen Universität der Russischen Föderation, erzählte den Kolleginnen und Kollegen über das Studium der Mechanismen der Regeneration bei Nadelhäuten.
Folgende Referenten, die die österreichische wissenschaftliche Gemeinschaft vertreten, hielten Vorträge am letzten Tag der Konferenz: Igor Adameiko, Direktor der Abteilung für Neuroimmunologie der Medizinischen Universität Wien (Österreich); und Maulana Mughitz Naji, PhD der Universität Wien für Naturressourcen und Biowissenschaften (Österreich).
Das Zoologische Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wurde vom wissenschaftlichen Mitarbeiter der Abteilung für Zellbiologie und Entwicklungsbiologie Dr. Alexander Klimovich und dem Direktor des Instituts, Professor Thomas Bosch, vertreten.
Französische Wissenschaftler nahmen auch am letzten Tag der Konferenz teil: Michalis Averof, Forschungsdirektor des Französischen Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung, und Oleg Demidow, Leiter der Forschungsgruppen an der Universität von Burgund (Dijon, Frankreich). Kollegen aus Frankreich kamen auf Einladung des zivilgesellschaftlichen Forums «Trianon Dialog» zu der Konferenz.
Oleg Demidow betonte in seiner Rede den Erfolg des Sotschi-Dialogs bei der Durchführung der Konferenz.
„Es ist etwas Einzigartiges, dieses Format, dass Sie diese ungewöhnliche Interaktion zwischen bereits prominenten und jungen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen erreicht haben, das ist sicherlich einzigartig. Und diese ganze Offenheit, Ehrlichkeit, Geradlinigkeit des Dialogs“, sagte der Referent.
Am 10. Juli fand am Rande der Konferenz runder Tisch zum Thema „Wissenschaftliche Kommunikation: Förderung der Wissenschaft im Medienraum“ statt (Moderatorin – Maria Michaleva, Kandidatin der soziologischen Wissenschaften, Leiterin der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Redaktion der Russischen Forschungsstiftung). Am runden Tisch nahmen teil:
Igor Adameyko, Professor, Direktor der Abteilung für Neuroimmunologie der Medizinischen Universität Wien (Österreich), Doktor der Biologie; Jegor Zaderejew, Leiter der Gruppe der wissenschaftlichen Kommunikation des föderalen Forschungszentrums „Krasnojarsker Wissenschaftszentrum der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften“, Kandidat der Biologie; Elena Eremeko, Leiterin der russischen Vertretung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren; Aleksej Skorik, Gründer & CEO der PR-Agentur für Technologieunternehmen und Start-ups „Nanga Agency“; Manfred Schartl, Doktor honoris causa, Professor für Biologie an der Texas A&M Universität (College Station, USA), Professor für Entwicklungsbiochemie im Biozentrum der Universität Würzburg (Deutschland), Mitglied der Nationalen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Deutschland), Doktor der Naturwissenschaften; Johann Sölkner, Leiter der Abteilung für Tierhaltung der Universität Wien für Naturressourcen und Biowissenschaften (Österreich).
Im Rahmen der Diskussion besprochen die Expertinnen und Experten die effektivsten Mechanismen für die Präsentation von Forschungsergebnissen in der nationalen und internationalen Mediensphäre und die Möglichkeiten, das Vertrauen und den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu stärken. Während der Diskussion kamen die Experten zur Schlussfolgerung, dass die wissenschaftliche Kommunikation innerhalb der russischen und globalen wissenschaftlichen Gemeinschaft auf hohem Niveau ist, jedoch sind Maßnahmen erforderlich, die Popularisierung der Wissenschaft in der Öffentlichkeit zu stärken.
„In der russischen Gesellschaft ist das Problem der Übermittlung der Wissenschaftlichen Informationen an Menschen, die sich für Wissenschaft im Voraus nicht interessieren und an diejenigen, die keine gerichtete Suche haben, sehr akut. Die Arbeit in Bezug auf die Beteiligung der breiten Schichten der Bevölkerung ist nicht nur in Russland relevant, sondern auch in allen Ländern der Welt“, sagte Igor Adameyko.
Elena Eremenko wies auf die aktuelle Konferenz des Sotschi-Dialogs als eine hervorragende Möglichkeit der Popularisierung der Wissenschaft hin.
„Diese Konferenz ist ein brillantes Beispiel der wissenschaftlichen Kommunikation und des Wissenstransfers“, sagte die Leiterin der russischen Vertretung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.
Schlussworte zur Konferenz sprachen Oleg Gusew, Associate Professor der Kazaner Föderalen Universität, Leiter des Labors für Extreme Biologie, Professor an der Fakultät für Medizin der Universität Juntendo (Japan), Leiter des Labors „Regulatorische Transkriptomie“ der Staatlichen Haushaltseinrichtung „Nationales medizinisches Forschungszentrum für Endokrinologie MZ RF“ des Gesundheitsministeriums der Russischen Föderation; und Maria Matweewa, Direktorin des österreichisch-russischen zivilgesellschaftlichen Forums „Sotschi Dialog“.
Die Direktorin des Forums schätzte die durchgeführte Veranstaltung hoch ein und sagte, dass es beschlossen wurde, die Konferenz des Sotschi-Dialogs „Dialoge über Genomik: Best Practices von Laboratorien der Russischen Föderation und Europas“ im Bundesgebiet „Sirius“ jährlich abzuhalten.