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Konferenz „Dialoge über Genomik: Best Practices der Laboratorien der Russischen Föderation und Europas“. Tag 1

Konferenz „Dialoge über Genomik: Best Practices der Laboratorien der Russischen Föderation und Europas“. Tag 1

Am 8. Juli 2021 startete im Bundesgebiet „Sirius“ die internationale Konferenz des österreichisch-russischen zivilgesellschaftlichen Forums „Sotschi Dialog“ unter Beteiligung von wissenschaftlichen Teams Russlands, Österreichs, Deutschlands und Frankreichs „Dialoge über Genomik: Best Practices von Laboratorien der Russischen Föderation und Europas“.

Grußworte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz sprachen: Andrej Fursenko, Präsidentenberater, ehemaliger Bildungsminister der Russischen Föderation, Ko-Vorsitzender des Forums „Sotschi Dialog“; Valerij Falkow, Minister für Wissenschaft und Hochschulbildung der Russischen Föderation; Elena Shmeleva, Leiterin der Stiftung „Talent und Erfolg“; Andrej Stolyarow, amtlich bestellter Vertreter des Leiters des Bundesgebiets „Sirius“; Roman Iwanow, Rektor der wissenschaftlich-technologischen Universität „Sirius“.

Heute stehen die großen Herausforderungen der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung im Mittelpunkt der Wissenschaftsgemeinschaft, deswegen soll man sie durch das Prisma neuer Dialogformen betrachten, die eine bessere Verständigung und ein stärkeres Vertrauen ermöglichen, auch zwischen der Wissenschaft und der Gesellschaft. Solche Formate wie das österreichisch-russische zivilgesellschaftliche Forum „Sotschi Dialog“, das französisch-russische zivilgesellschaftliche Forum „Trianon Dialog“ und das Forum der Zivilgesellschaften Deutschlands und Russlands „Petersburger Dialog“ bilden die Grundlage für die Entwicklung der internationalen Beziehungen und erweitern die Zusammenarbeit von staatlichen Institutionen, wissenschaftlichen Zentren, Unternehmen und Zivilgesellschaften.

„Die internationale Zusammenarbeit ist in Zeiten der Pandemie besonders wichtig. Man muss die genetische Forschung von wissenschaftlichen Gemeinschaften verschiedener Länder für die Schaffung neuer Technologien für Frühdiagnose von Viruserkrankungen und dann für die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten neuer Generation konsolidieren“, sagte Maxim Nikitin, Leiter der Richtung „Nanobiomedizin“ der wissenschaftlich-technologischen Universität „Sirius“, „das Forum wird sicherlich zur Entwicklung von genetischen Technologien in Russland und der ganzen Welt beitragen.“

Ko-Vorsitzender des Koordinierungskomitees des Sotschi-Dialogs Andrey Fursenko wies auf die Rolle des Forums in der Durchführung der Veranstaltung im Vollzeit-Format hin und betonte die Relevanz der Thematik der Konferenz.

„Die Konferenz fand auf Initiative des Dialogs der Zivilgesellschaften statt, und es ist richtig, dass es in dieser schwierigen Situation solche Strukturen und Organisationen gibt, die die Möglichkeit nicht nur per Videokonferenz, sondern auch persönlich zu kommunizieren, gewähren“, sagte der Präsidentenberater, „das ist ein sehr wichtiges Thema. Ich glaube, dass die Konferenz auf junge WissenschaftlerInnen gerichtet ist. In letzter Zeit hat sich die Situation in Russland mit genetischen Forschungen verbessert. Das ist größtenteils ein Verdienst der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Natürlich haben die Regierung und die Ministerien viel getan. Aber es ist sehr wichtig, dass es eine Nachfrage seitens der Wissenschaftsgemeinschaft gibt. Und dass neue Labore und neue Zentren heute eingerichtet werden, ist ein gutes Zeichen.“

Die Podiumsdiskussion zum Thema „Gegenwart und Zukunft der Programme der genetischen Forschung in Russland und Europa“ eröffnete die Konferenz (Moderatorin – Ewelina Zakamskaya). An der Tagung nahmen teil: Konstantin Severinow, Projektleiter des Zentrums für vollgenomische Sequenzierung, Leiter der Laboratorien am Institut für molekulare Genetik der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAW), Direktor des Zentrums für Lebenswissenschaften des Skolkovo-Instituts für Wissenschaft und Technologie, Professor an der Rutgers-Universität (USA), Doktor der biologischen Wissenschaften;

Rudolf Valenta, Leiter des Labors für molekulare Allergologie des Staatlichen wissenschaftlichen Zentrums „Institut für Immunologie“ (Russland), Professor für Allergologie an der Medizinischen Universität Wien (Österreich), Doktor der medizinischen Wissenschaften;

Roman Iwanow, Rektor der wissenschaftlich-technologischen Universität „Sirius“;

Manfred Schartl, Doktor honoris causa, Professor für Biologie an der Texas A&M Universität (College Station, USA), Professor für Entwicklungsbiochemie im Biozentrum der Universität Würzburg (Deutschland), Mitglied der Nationalen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Deutschland), Doktor der Naturwissenschaften;

Alexej Medwedew, stellvertretender Minister für Wissenschaft und Hochschulbildung der Russischen Föderation;

Artem Malgin, Koordinator des französisch-russischen zivilgesellschaftlichen Forums „Trianon Dialog“, Prorektor für Entwicklung – Leiter des Rektorats der MGIMO-Universität;

und andere prominente Vertreter der Wissenschaft und Bildung Russlands.

Die Experten diskutierten über die Programme zur Förderung der genetischen Forschung in Russland und Ländern der EU, stellten die wichtigsten Schwierigkeiten fest, die die Einführung von genetischen Initiativen bremsen: Mangel an einer globalen Bioethik und an der Differenzierung zwischen der grundlegenden und angewandten Wissenschaft; Unterschiede in den nationalen Rechtsvorschriften der Länder im Bereich der Genetik, die die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich erschweren. Die Fragen der Personalausstattung der Forschungsgruppen wurden auch beleuchtet: neben WissenschaftlerInnen gibt es in der wissenschaftlichen Gemeinschaft eine dringende Nachfrage nach Wissenschaftsprojektadministratoren, die die Forschungsergebnisse der Kolleginnen und Kollegen fördern würden.

Alexej Medwedew, stellvertretender Minister für Wissenschaft und Hochschulbildung der Russischen Föderation, stellte fest, die Hauptaufgabe des Ministeriums sie die Schaffung eines solchen wissenschaftlichen Raums, in dem es möglich sein würde, die mangelnden Mechanismen ins Leben zu rufen.

„Die Möglichkeit, die der Sotschi-Dialog bietet, ist genau die Gestaltung solcher Umgebung, in der junge WissenschaftlerInnen die Erfolgsgeschichten der Kolleginnen und Kollegen sehen und sächliche Unterstützung erhalten können“, erklärte Alexej Medwedew.

Nach der Podiumsdiskussion fand der runde Tisch „Neue Laboratorien als Mechanismen der Führungsforschung“ (Moderatorin und Moderator – Maria Worontsowa, Oleg Gusew) statt, in dem die Wirksamkeit des Programms des Ministeriums für Wissenschaft und Hochschulbildung der Russischen Föderation „Schaffung neuer Laboratorien“ bewertet wurde. In diesem Jahr endet der erste Lebenszyklus des Programms und ein neuer Wettbewerb für den nächsten Zyklus wird angekündigt. An der Diskussion über die Entwicklung der Idee der Jugendlaboratorien nahmen teil: Alexej Medwedew, stellvertretender Minister für Wissenschaft und Hochschulbildung der Russischen Föderation;

Polina Wolkowa, Leiterin des Jungendlaboratoriums der föderalen staatlichen haushaltsplangebundenen wissenschaftlichen Einrichtung „Allrussisches Forschungsinstitut für Radiologie und Agrarökologie“;

Natalia Zinowjewa, Direktorin der föderalen staatlichen haushaltsplangebundenen wissenschaftlichen Einrichtung „Föderales Forschungszentrum für Tierproduktion namens L.K. Ernst“;

Andrej Wasiliew, Direktor des Koltsow-Instituts für Entwicklungsbiologie des Russischen Akademie der Wissenschaften;

Roman Romanow, leitender Wissenschaftler an der Medizinischen Universität Wien (Österreich).

Da sich das Programm weiterentwickelt, muss es entsprechend um neue Optionen erweitert werden. In diesem Zusammenhang wird ein hohes Niveau von Organisiertheit aller Prozesse, insbesondere des Prozesses der Gewährung von Zuschüssen an wissenschaftliche MitarbeiterInnen, nachgefragt.

„Ein brennendes Thema, das nicht nur dieses Programm betrifft, aber sehr viele Stiftungen und Zuschüsse, ist die Organisiertheit der Gewährung von Stiftungsgeldern. Ich sage nicht „Organisation“, sondern „Organisiertheit“ und weniger Chaos in den Anforderungen an wissenschaftliche Teams“, sagte Maria Worontsowa, Mitglied des Präsidiums der Russischen Vereinigung zur Förderung der Wissenschaft, führende wissenschaftliche Mitarbeiterin der Staatlichen Haushaltseinrichtung „Nationales medizinisches Forschungszentrum für Endokrinologie MZ RF“ des Gesundheitsministeriums der Russischen Föderation.

Das Programm zur Unterstützung von Jugendlaboratorien durch das Ministerium für Wissenschaft und Hochschulbildung ist eines der wichtigsten Projekte, die zur Entwicklung der genetischen Forschung in der Russischen Föderation beitragen. Die Vertreter des Ministeriums wiesen darauf hin, dass die Finanzierung den Jugendforschungslabors auf lange Sicht gewährt wird.

„Es geht um Jugendlabors. Wir kennen jedes Labor und werden jedes Labor unterstützen. Sie sind bei uns alle erfolgreich und die Finanzierung wird für eine lange Zeit im Voraus gewährt werden“, sagte der Minister für Wissenschaft und Hochschulbildung Valerij Falkow.

Im Rahmen des föderalen wissenschaftlich-technischen Programms der Russischen Föderation für die Entwicklung von genetischen Technologien gibt es mehrere Arbeitsgruppen, eine von denen sich mit Fragen der rechtlichen Regulierung von genetischen Technologien und Fragen der Bioethik befasst.

Fragen der Interaktion von Wissenschaft und Gesellschaft wurden in Form eines offenen Berichts am Rande der Konferenz von den folgenden Mitgliedern dieser Arbeitsgruppe präsentiert: Elena Grebenschikowa, stellvertretende Direktorin des Instituts für wissenschaftliche Informationen über Sozialwissenschaften der Russischen Akademie der Wissenschaften; Vera Izschewskaya, stellvertretende Direktorin für wissenschaftliche Arbeit des Medizinischen genetischen Wissenschaftszentrums namens N. P. Bochkow. Im Rahmen des Berichts wurden verschiedene Modelle der Interaktion von Wissenschaft und Gesellschaft, sowie Faktoren, die zur Stärkung des Dialogs zwischen Wissenschaft und der Öffentlichkeit beitragen, untersucht. Die Sprecher betonten auch, wie wichtig es ist, die Öffentlichkeit mit den Zielen der wissenschaftlichen Forschung vertraut zu machen, und Daten dafür zu sammeln, zu speichern und auszutauschen. Die wissenschaftliche Gemeinschaft muss das Vertrauen der Gesellschaft stärken, geeignete Mechanismen zum Schutz der Privatsphäre und zur Vermeidung von Diskriminierung schaffen.

Am Nachmittag hielten führende Wissenschaftler Russlands und Europas Vorlesungen vor den Konferenzteilnehmenden. Sie teilten nicht nur ihr Wissen, sondern beleuchteten auch die organisatorischen Momente der Einrichtung und des Funktionierens von Labors, gaben nützliche Empfehlungen für die ZuhörerInnen auf der Grundlage ihrer Lebens- und Berufserfahrung, sowie beantworteten die Fragen der Zuhörer.

Wsewolod Belousow, Direktor des Föderalen Zentrums für Gehirn und Neurotechnologie der Föderalen medizinisch-biologischen Agentur Russlands, hat in seinem Bericht die Fragen des Übergangs von der synthetischen Biologie zur synthetischen Medizin aufgedeckt.

Ewgenij Rogajew, Doktor der biologischen Wissenschaften, Leiter des Labors für evolutionäre Genomik des Instituts für allgemeine Genetik namens Vavilov der Russischen Akademie der Wissenschaften, erzählte den KollegInnen über Neurogenomik des Gehirns.

Roman Romanow, leitender Wissenschaftler an der Medizinischen Universität Wien (Österreich), hielt einen Vortrag zum Thema „Zellheterogenität des Gehirns, die durch Methoden der Transkriptomie einzelner Zellen identifiziert wird“.

Dr. Valenta Rudolph, Leiter des Labors für Molekulare Allergologie des Staatlichen Wissenschaftlichen Zentrums „Institut für Immunologie“ (Russland) , Professor für Allergologie an der Medizinischen Universität Wien (Österreich), hielt den Vortrag „Entwicklung eines Impfstoffs zur Behandlung und Prävention von Allergien gegen Birkenpollen und dem damit verbundenen Syndrom der oralen Allergie“; Winfried Franz Pickl, Leiter der Abteilung für Zellimmunologie und Immunogematologie der Medizinischen Universität Wien (Österreich) hielt eine Vorlesung zum Thema „Bildung und wissenschaftliche Forschung in der Graduiertenschule für molekulare zelluläre und klinische Allergologie“.

Am Rande der Konferenz fand zugleich auch die Sitzung der Arbeitsgruppe für die gesetzliche Regelung im Bereich der genetischen Technologien, einschließlich Fragen der genomischen Bearbeitung und Bioethik, beim Präsidium des Rates für die Umsetzung des Föderalen wissenschaftlich-technischen Programms zur Entwicklung der genetischen Technologien für 2019-2027 statt.

Gleichzeitig mit der Konferenz fand auf dem Territorium des Bildungszentrums „Sirius“ das wissenschaftlich-technologische Projektbildungsprogramm «Große Herausforderungen» statt. Für Schüler, junge Forscher, die an diesem Projekt teilnehmen, hielt Veniamin Fischman, leitender Wissenschaftler im Bereich der genomischen Mechanismen von der Ontogenese des Instituts für Zytologie und Genetik der Russischen Akademie der Wissenschaften, einen Vortrag zum Thema «Genom in 3D».