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Meisterkurs im flechten österreichischer weihnachtskränze

Meisterkurs im flechten österreichischer weihnachtskränze

Am 2. Dezember 2024 veranstaltete das österreichisch-russische zivilgesellschaftliche Forum „Sotschi-Dialog“ einen Meisterkurs für das Flechten österreichischer Weihnachtskränze. Die Veranstaltung, an der Freunde und Partner des Forums teilnahmen, wurde von Maria Matweewa, der Direktorin des Forums, initiiert.


Natürlich gehörte der Kranz zu den Traditionen vieler alter Zivilisationen, denn der Kreis galt als Symbol für ewiges Leben und Erneuerung. Die Menschen der Antike schmückten ihre Köpfe, Hälse und Hüften mit Kränzen. Nach der Geburt Jesu Christi wurde der Adventskranz jedoch zu einem Symbol für Weihnachten. Dieser Brauch hat sich in allen Kulturen der Welt durchgesetzt.

Die Tradition, das Haus im Winter mit grünen Kränzen zu schmücken, hat ihren Ursprung vor fünf Jahrhunderten. Jahrhundert begannen die Europäer, Weihnachtsbäume in ihren Häusern aufzustellen und sie in Form eines Dreiecks zu beschneiden, das die Dreifaltigkeit symbolisieren sollte: Nach einer katholischen Legende benutzte der englische Mönch Bonifatius diese Figur, um das Konzept der Dreifaltigkeit von Gott dem Vater, Gott dem Sohn und dem Heiligen Geist im siebten Jahrhundert zu erklären. Die vom Schneiden des Baumes übrig gebliebenen Zweige wurden nicht weggeworfen, sondern zur Dekoration von Räumen verwendet.

Es wird jedoch angenommen, dass die Tradition der Weihnachtskränze in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden ist und mit dem Namen Johann Hinrich Wichern verbunden ist, einem deutschen evangelischen Theologen und Gründer einer Schule für verlassene und benachteiligte Kinder namens Das Rauhe Haus, der versuchte, Kinder in einer familiären Atmosphäre zu erziehen. Im Dezember 1839 fragten die Kinder den Theologen immer wieder, wann denn nun Weihnachten sei, und so bastelte Wichern einen Kranz aus einem alten Holzrad und schmückte ihn mit zwanzig kleinen roten und vier großen weißen Kerzen. An den Wochentagen und am Samstagmorgen zündete er je eine kleine Kerze an und am Sonntag je eine große Kerze. So wurde der Kranz sozusagen auch zum Prototyp des Adventskalenders.
Ursprünglich wurden Weihnachtskränze zum Schmücken des Baumes verwendet, und dann gab es die Tradition, sie fast überall im Haus aufzustellen – am häufigsten werden Kränze, wie antike Amulette, an der Eingangstür angebracht. Der Kreis symbolisiert die unendliche göttliche Liebe und gleichzeitig das Jahr, die zyklische Natur der Jahreszeiten sowie das ewige Leben Christi. Die ursprüngliche Idee, den Kranz mit Licht zu füllen – an jedem Tag der Adventszeit eine neue Kerze anzuzünden – entsprach der wachsenden Vorfreude auf die Geburt Jesu, des Lichts der Welt. Der Weihnachtskranz mit vier Kerzen wird mit der Weltkugel und den vier Seiten der Welt assoziiert, die grüne Pflanze ist die Farbe des Lebens, und die Kerzen sind das Licht, das die Welt zu Weihnachten erleuchten wird.

Unter der Anleitung erfahrener Meister schufen die Gäste des Meisterkurses einzigartige Neujahrsdekorationen, lernten auch die Tradition des Kranzflechtens kennen und probierten verschiedene Flechttechniken und Materialien in der Praxis aus. Grüne Tatzen von Nadelbäumen, Kompositionen aus Zapfen, glitzernde Bänder, schimmernde Weihnachtskugeln und rührende Figuren verliehen den Kränzen Individualität. Die Veranstaltung fand in einer entspannten Silvesteratmosphäre statt, die den Austausch von Ideen und Plänen für die weitere Zusammenarbeit ermöglichte.

Am Ende des Meisterkurses nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre handgefertigten Dekorationen und ihre Silvesterstimmung mit nach Hause. Derartige Veranstaltungen sind ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Beziehungen zwischen Russland und Österreich und ermöglichen ein besseres Kennenlernen der Traditionen der Völker und Länder.
Der österreichische Weihnachtskranz ist zu einem Symbol nicht nur für Weihnachten, sondern auch für Einheit, Liebe und Hoffnung geworden.

Er erinnert uns daran, dass wir selbst an den kältesten Wintertagen Wärme und Gemütlichkeit in unseren Häusern schaffen können, indem wir uns mit nahen und geliebten Menschen umgeben. Schließlich ist dies der wahre Sinn des Festes – Freude zu teilen und Erinnerungen zu schaffen, die unsere Herzen noch viele Jahre lang erwärmen werden.