Am 19. Juni 2025 fand im Rahmen des Sankt Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums die Podiumsdiskussion zum Thema „Dialoge mit Europa: Ist eine Zukunft möglich?“ statt.
Moderiert wurde die Sitzung von Maria Matweeva, Direktorin des österreichisch-russischen zivilgesellschaftlichen Forums „Sotschi-Dialog“. Zu den geladenen ausländischen RednerInnen gehörten die Vertretenden der Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft: Michele Gerachi, stellvertretender Minister für wirtschaftliche Entwicklung Italiens (2018–2019); Lazar Comanescu, Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit im Schwarzmeerraum; Gabriella Marcelja, Generaldirektorin von Sirius Global – Academic Diplomacy 4.0; Gerald Sakuler, Vorsitzender des Österreichischen Business Clubs in Russland; Milos Jovanovic, Präsident der OpenLink Group; Thomas Ebner, Filmproduzent.
Von russischer Seite nahmen an der Diskussion teil: Andrej Loginow, Rektor der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität; Irina Kuklina, Geschäftsführerin des Analytischen Zentrums für internationale Wissenschafts-, Technologie- und Bildungsprogramme ; Ruslan Dawydow, Mitglied des Kollegiums (Minister) für Zollkooperation der Eurasischen Wirtschaftskommission; Natalja Tretjak, Präsidentin der Stiftung zur Förderung wissenschaftlicher und kultureller Beziehungen „Vyzov“; Boris Sagalaew, Leiter des Labors des Zentrums für Genetik und Lebenswissenschaften, Universität „Sirius“.
Im Laufe der Diskussion wurde betont, dass die Wissenschaft selbst in Zeiten politischer Spannungen ein besonderer Bereich bleibt, in dem die Zusammenarbeit trotz allem erhalten bleibt. Eines der Hauptthemen war die historische und kulturelle Verbindung zwischen Russland und Europa. Andrej Loginow bemerkte: „Die russische Kultur ist ein untrennbarer Teil der europäischen Kultur.“
Gabriella Marcelja unterstützte diesen Gedanken: „Historisch gesehen standen Europa und Russland sich sehr nahe. Wir werden niemals in der Lage sein, die Geschichte zu trennen oder neu zu schreiben – alles ist miteinander verbunden. Alle Versuche, dies zu ändern, sind zum Scheitern verurteilt. Die Geschichte ist bereits geschrieben.“
Darüber hinaus wurde im Rahmen der Diskussion die Rolle der Wissenschaft beim Aufbau eines Dialogs mit Europa erörtert. Boris Sagalaew betonte: „Die Wissenschaft ist zur Geisel der Politik geworden.“
Gerald Sakuler unterstützte seine Meinung und fügte hinzu: „Genauso wie die Wirtschaft zur Geisel der Politik geworden ist.“
Die Themen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit fanden in den Reden der RednerInnen ihren Niederschlag. Lazar Comănescu rief zur gemeinsamen Suche nach Lösungen auf und betonte die Bedeutung der intellektuellen und humanitären Zusammenarbeit: „Wir müssen unsere Köpfe und Gleichgesinnten zusammenbringen. Der freie Austausch von Ideen und Informationen ist der Schlüssel zur Überwindung von Barrieren.“
Zum Abschluss der Diskussion betonte Ksenia Trinchchenko: „Wir arbeiten auf multilateralen internationalen Plattformen – und diese bieten zweifellos Raum für den Dialog mit Europa.“
Alle Diskussionsteilnehmer waren sich einig: Ein Dialog mit Europa ist möglich. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft der Seiten, einander zuzuhören. Eine der wichtigsten Brücken für eine solche Zusammenarbeit bleibt die Wissenschaft.