Am 1. September, Wissenstag, fand die Eröffnung des Bachelor-Studienprogramms „Russland-Österreich: Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur“ an der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität (RGGU) in Moskau statt.
Zusammenfassung
- Startdatum: 01.09.2020
- Enddatum: 01.09.2020
- RU: Новая образовательная программа РГГУ. При поддержке Сочинского диалога
- Status: Abgeschlossen
Ab diesem Jahr werden nun erstmals gemäß dem Studienplan auch österreichische Vortragende – hochkarätige Persönlichkeiten aus Diplomatie, Kultur, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft – Lehrveranstaltungen in Moskau für StudentInnen der RGGU-Universität durchführen.
Die feierliche Veranstaltung wurde vom Assistenten des Präsidenten der Russischen Föderation, Ko-Vorsitzenden des Lenkungsausschusses des Österreichisch-Russischen zivilgesellschaftlichen Forums „Sotschi-Dialog“ Andrej Fursenko eröffnet. Andrej Alexandrowitsch wies darauf hin, das Forum arbeite weiterhin aktiv: Webinare unter Teilnahme von österreichischen Referenten sowie Online-Kurse in Kultur, Kunst und Wirtschaft Österreichs würden durchgeführt. Andrej Alexandrowitsch fügte hinzu, Kommunikation bleibe gefragt und der neue Studiengang werde neue Qualität der Erforschung der österreichisch-russischen Beziehungen verleihen.
Rektor der RGGU-Universität Alexander Bezborodow merkte wiederum an, der „Sotschi-Dialog“ entwickle auf starker historischer Grundlage der österreichisch-russischer Zusammenarbeit. Die RGGU-Universität sei ständiges Mitglied dieser Zusammenarbeit. Im neuen Russland gehöre die Universität seit 1992 zu den Hochschulen unseres Landes, die als erste breites Zusammenwirken mit Österreich entwickelt hätten. „Und hierin gingen wir immer Hand in Hand mit gutem Freund und Partner unserer Universität, dem Ko-Vorsitzenden der Österreichisch-Russischer Historikerkommission Stefan Karner“, betonte Alexander Borisowitsch, "die Universität schätzt die Freundschaft sehr und ist stolz darauf und auf unsere Beziehungen zu den österreichischen Kollegen. Sie enthalten ein großes Potenzial für die Zukunft.“
In seiner Video-Grußbotschaft an den Teilnehmern der Veranstaltung hob Ehrenpräsident der Wirtschaftskammer Österreich, Ko-Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Österreichisch-Russischen zivilgesellschaftlichen Forums „Sotschi-Dialog“ Christoph Leitl hervor: „Die Studierenden des Programms sollten vor allem die Vergangenheit kennen, woher unsere gemeinsamen spirituellen und kulturellen Wurzeln stammen, wo wir das Gefühl haben, dass wir Europäer zusammenstecken müssen“.
Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Republik Österreich in der Russischen Föderation Johannes Eigner nannte das Schaffen des Programms als einen wesentlichen Schritt zur Stärkung der internationalen Beziehungen zwischen Österreich und Russland. Er betonte, die Unterstützung der Zivilgesellschaft sei ein hohes Ziel. Die Historikerkommission leiste schon seit 12 Jahren ihren Beitrag zur Verständigung zwischen diesen Ländern. Dieses Programm umfasse eine breite Palette von Themen — von Politik und Wirtschaft bis Kultur. Am wichtigsten seien Fremdsprachenkenntnisse, so Johannes Eigner.
Was sind die Vorteile des neuen Programms? Auf diese Frage hat Institutsleiter am Institut für Allgemeine Geschichte der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN), Präsident der GAUGN-Universität, Akademiemitglied der RAN, Ko-Vorsitzender der Österreichisch-Russischen Historikerkommission Alexander Tschubarjan geantwortet. Laut Alexander Oganowitsch mangele es in Russland an Regionalwissenschaftlern, daher sei die Ausbildung von Spezialisten, die sich besonders auf das Studium Österreichs spezialisieren, ein großer Beitrag zum Aufbau der österreichisch-russischen Beziehungen. Auch für die österreichische Seite sei das Programm „Russland-Österreich: Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur“ zu einem der ersten Bachelor-Programme geworden, die im Zusammenwirken mit einer führenden russischen Universität durchgeführt wird, so Alexander Tschubarjan.
Ko-Vorsitzender der Österreichisch-Russischen Historikerkommission, Gründer und langjähriger Leiter des L. Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung Stefan Karner wandte sich mit folgenden Worten per Videozuschaltung an den Teilnehmern der Veranstaltung: „Die Österreichisch-Russische Historikerkommission studiert gemeinsam die Geschichte unserer Länder. Sie, Liebe Studenten und Studentinnen, werden sie in Zukunft schaffen.“ Er hofft auf eine fruchtbare Arbeit von österreichischen Professoren, Diplomaten, Journalisten und Experten mit den StudentInnen der RGGU-Universität.
Das Programm bietet auch neue Kommunikationsmöglichkeiten. "Mit Wissenschaft und Bildung beginnt, was jetzt so notwendig und so gefragt in unserer unruhigen Welt ist — Dialog“, betonte erste Prorektorin der RGGU– Prorektorin für Forschung Olga Pawlenko, „ein Dialog von Angesicht zu Angesicht, wenn wir versuchen, einander zu verstehen und einen Raum des gegenseitigen Verständnisses und der Stabilität zu schaffen.“
Direktor der Diplomatischen Akademie Wien Emil Brix nicht nur gratulierte den Teilnehmern der Veranstaltung zur Eröffnung des Programms, sondern lud auch die zukünftigen Absolventen sofort ein, die internationalen Beziehungen bereits in Wien an dem Master-Studiengang an der Diplomatischen Akademie weiter zu studieren: „Ich bin überzeugt, dass in den Beziehungen zwischen Russland und Österreich eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens geschaffen werden muss, auch unter jungen Menschen. Und die Mobilität, also der Studentenaustausch zwischen Österreich und Russland, ist ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung des neuen Europas, an das ich zutiefst glaube.“
Direktorin des Maya-Epigraphik-Zentrums Centro Knorosov Mérida, Mitglied des Rats des Präsidenten der Russischen Föderation für Wissenschaft und Bildung Galina Jerschowa fügte hinzu, dass man die Mesoamerika-Forschungen, die in der Vergangenheit durchgeführt wurden und weiterhin von österreichischen Experten realisiert werden, nicht vergessen sollte.
Direktorin des Österreichisch-Russischen zivilgesellschaftlichen Forums „Sotschi-Dialog“ Maria Matweewa stellte eine speziell entwickelte Website über das Programm „Russland-Österreich: Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur“ vor: http://russia-austria.study/ . Auf der Website können Sie mehr über das Programm und Partneruniversitäten erfahren, sich mit den Anforderungen für die Zulassung vertraut machen, sowie Fragen stellen und Antworten darauf erhalten.
Auf Initiative der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität in Moskau (RGGU), des L. Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung Graz – Wien – Raabs und der Österreichisch-Russischen Historikerkommission wurde 2019 an der RGGU das 4-jährige Bachelor-Studium „Russland – Österreich: Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur“ eingerichtet. 17 Studierende aus Russland nehmen am Bachelor-Programm teil und sind nach einer 2-semestrigen Einführung ink. ergänzender Sprachausbildung nun im 3. Semester des Studiums. An der Eröffnungsveranstaltung haben die Studierenden über ihre Leistungen und ihre Pläne nach dem Studienabschluss berichtet.
Ab diesem Jahr wird das Programm auf den Erwerb umfassender Kenntnisse über Österreich unter Berücksichtigung des Verständnisses der Vorgänge auf makro- und mikroregionaler sowie auf nationaler Ebene in Relation zu den Trends der globalen Entwicklung gezielt.
Im Rahmen des Programms der internationalen akademischen Mobilität wird den Studierenden die Möglichkeit geboten, an österreichischen Partneruniversitäten und wissenschaftlichen Zentren Auslandssemester bzw. Forschungsaufenthalte zu absolvieren, darunter Universität Wien, Universität Graz, Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung.
Die Veranstaltungsorganisatoren sind das Österreichisch-Russische zivilgesellschaftliche Forum „Sotschi-Dialog“, die Russische Staatliche Geisteswissenschaftliche Universität (RGGU), die Staatliche Akademische Universität für Geisteswissenschaften (GAUGN), die Österreichisch-Russische Historikerkommission (ÖRHK).