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Wissenschaft und Bildung
Vorlesung „Russland - Österreich: Die Rolle des Images und der Etikette in den internationalen Beziehungen“ an der Staatlichen Linguistischen Universität Moskau

Vorlesung „Russland - Österreich: Die Rolle des Images und der Etikette in den internationalen Beziehungen“ an der Staatlichen Linguistischen Universität Moskau

Am 2. Oktober fand an der Staatlichen Linguistischen Universität Moskau mit Unterstützung des österreichisch-russischen zivilgesellschaftlichen Forums „Sotschi-Dialog“ die Vorlesung von Walentina Hlistun „Russland — Österreich: Die Rolle des Images und der Etikette in den internationalen Beziehungen“ statt.

Zusammenfassung

Die Vorlesung „Russland — Österreich: Die Rolle des Images und der Etikette in den internationalen Beziehungen“ fand am 2. Oktober an der Staatlichen Linguistischen Universität Moskau mit Unterstützung des österreichisch-russischen zivilgesellschaftlichen Forums „Sotschi-Dialog“ statt. Als Rednerin tritt Walentina Hlistun auf, eine Expertin für säkulare Geschäftsetikette. An der Veranstaltung nahmen die Studierenden und Lehrerinnen und Lehrer der Fakultät für deutsche Sprache und des Instituts für internationale Beziehungen teil. Das Thema Image und Etikette in internationalen Beziehungen ist sowohl Kunst als auch Wissenschaft. Während des Vortrags versuchte die Rednerin dem Publikum zu vermitteln, dass internationale Etikette nicht nur eine Reihe von Regeln ist, die aus Gründen der Formalität befolgt werden müssen. Sie ist die Sprache, die von der internationalen Gemeinschaft gesprochen wird, eine Möglichkeit, vertrauensvolle Beziehungen zwischen Vertretenden verschiedener Länder, Kulturen und Religionen aufzubauen.

Einer der wichtigsten Aspekte der Vorlesung war das Image. Die Rednerin erzählte den Teilnehmenden, dass das Image in internationalen Beziehungen ein Werkzeug ist, mit dem Kommunikation gebildet und verwaltet wird.
„Ein Image kann sowohl ein starker Verbündeter als auch ein schwaches Glied sein, wenn man es unfähig benutzt“, stellte Walentina Hhlistun fest. Ihr zufolge ist das Aussehen von einer Diplomatin oder eines Diplomaten oder Vertretenden eines anderen Landes oft der erste Schritt, der beim Aufbau vom Vertrauen hilft. Und dieser Schritt kann das weitere Zusammenwirken drastisch beeinflussen.

Der Schwerpunkt lag auf dem Vergleich der internationalen Etikette – insbesondere der europäischen und der russischen - mit einem Schwerpunkt auf Österreich. Am Beispiel dieses Landes zeigte der Vortragende, wie sich die unterschiedlichen Ansätze des Protokolls auf die Kommunikation in internationalen Kreisen auswirken können.

„In Österreich, einem Land mit einer reichen Geschichte der Diplomatie, wird besondere Aufmerksamkeit auf Details wie die Konsistenz von Darstellungen, die korrekte Verwendung von Titeln und die Feinheit der Intonation in der Kommunikation gelegt. Auf den ersten Blick mögen solche Kleinigkeiten unbedeutend erscheinen, aber sie bestimmen, wie bequem und effektiv der Dialog sein wird.“
Ein interessantes Beispiel, das eine lebhafte Diskussion unter den Zuhörenden auslöste, war der Vergleich der österreichischen und russischen Führungsstile offizieller Treffen. Die österreichische Strenge und das Bekenntnis zum Protokoll im krassen Gegensatz zu einem freieren russischen Ansatz haben gezeigt, wie wichtig es ist, bei der Vorbereitung auf internationale Verhandlungen kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen. Diese kleinen Nuancen können entscheidend sein, wenn es um die Wirksamkeit von Verhandlungen geht.

Während des Vortrags wurde auch die orientalische Etikette nicht umgangen. Die Dozentin betonte die Einzigartigkeit der muslimischen Etikette und wie wichtig es ist zu verstehen, wie Religion und Traditionen Verhaltensregeln beeinflussen. Insbesondere in muslimischen Ländern wird die Achtung der Hierarchie und die Aufrechterhaltung der Distanz in der Kommunikation sehr wichtig gemacht, was sich von dem offeneren und freundlicheren Stil unterscheidet, der in westlichen Ländern akzeptiert wird.

Jede Kultur hat ihre eigenen Besonderheiten, und das Verständnis dieser Unterschiede ist der Schlüssel zum Erfolg in den internationalen Beziehungen. Die Zuhörenden erfuhren auch den Unterschied zwischen chinesischer und amerikanischer Etikette und wie vielfältig die Regeln der Interaktion sein können. Wenn die chinesische Etikette auf konfuzianischen Prinzipien basiert, die Älteren zu respektieren und die Harmonie in Beziehungen zu bewahren, dann ist die amerikanische Etikette eher auf Direktheit und Geschäftlichkeit ausgerichtet.

Am Ende des Vortrags kehrte die Etikettenspezialistin zum Thema Image zurück. Sie ermutigte die Studierenden, darüber nachzudenken, wie ihr eigenes Image ihre Karriere beeinflussen kann und wie sie auf der internationalen Bühne wahrgenommen werden können. In einer modernen Welt, in der das Äußere und das Innere immer miteinander verbunden sind, ist es wichtig sich daran zu erinnern: Das Image ist nicht nur die Art, wie man Sie sieht, sondern auch, wie man Ihr Land und Ihre Kultur repräsentiert, und Diplomatie ist nicht nur Verhandlungen, es ist die Kunst, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen und auf der Weltbühne einen positiven Eindruck zu hinterlassen.